• WE'RE BACK! Meldet euch für den Besuch im GG an, auf unserem Discord (das rechte Icon unter diesem Text!) •

Konzept

Einführung & Generelles

Das Pop-Up E-Sport und Gaming Jugendzentrum ist ein Ort in der Düsseldorfer Altstadt mit Konsolen und PCs an denen alleine oder gemeinsam im Team „gezockt“ werden kann. Es bietet 12-27 jährigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Möglichkeit auf Gleichgesinnte und auf gaming-affine Pädagog*innen zu treffen. E-Sport und Gaming sind im Pop-Up E-Sport und Gaming Jugendzentrum das Medium um miteinander ins Gespräch zu kommen und einander auch außerhalb der Spielwelten zu begegnen. Zudem ist es ein Ort in dem Aufklärungsarbeit und Präventionsarbeit im pädagogischen Kontext möglich sind.

Ziele 1/4: Warum ein zeitlich befristetes Pop-Up?

Hinter dem E-Sport und Gaming Jugendzentrum steht folgende These: Mit E-Sport und Gaming ist es möglich, auf Basis eines pädagogischen Konzepts im Rahmen der Jugendhilfe zu arbeiten und neue Zielgruppen zu erschließen. Anstatt des üblichen Billard- oder Kickertisches stehen hier PCs und Videospiele als Medium der Kontaktaufnahme und Beziehungsarbeit zur Verfügung.  Um diese These wirksam überprüfen zu können, eröffnet die evangelische jugend düsseldorf dieses zeitlich auf vier Monate befristete Pop-Up-Jugendzentrum. Ob das Konzept funktioniert, ob es einen wirklichen Bedarf bei jungen Düsseldorfer*innen gibt und ob sich daraus etwas verstetigen lässt, ist mit geeigneten Instrumenten zu evaluieren.

Videospiele in der Jugendarbeit sind nichts Neues, vor allem Konsolen erfreuen sich in vielen Einrichtungen großer Beliebtheit. Neu hingegen ist es, sich auf dieses eine Medium zu fokussieren und zum Schwerpunkt einer ganzen Einrichtung zu machen. Dieser Fokus erlaubt die dezidierte Arbeit mit Gamer*innen, sowie eine themenbezogene Eltern- und Präventionsarbeit.

Ziele 2/4: Warum E-Sport und Gaming als Schwerpunkt?

Das E-Sport und Gaming Jugendzentrum orientiert sich an der Lebenswelt „zockender“ Jugendlicher und junger Erwachsener – mit ihrer ganz eigenen Kultur und ihren verschiedenen Szenen. Es soll eine neue Zielgruppe erschließen, die sich bisher nur teilweise in den Regeleinrichtungen wiederfindet. E-Sport und Gaming sind hier das Mittel der Beziehungsarbeit der anwesenden, gaming-affinen Pädagog*innen, die abseits des Spielens am Computer als Ansprechpartner*innen zur Verfügung stehen.

Im Zuge der Lebensweltorientierung stehen noch folgende Zielsetzungen hinter dem Thema E-Sport und Gaming:

  • Wir wollen Chancen der Teilhabe bieten. Jugendlichen ohne Zugang zu diesem Teil der Lebenswelt soll dieser, unabhängig ihres Milieus, ihrer finanziellen Lage oder ihrer Herkunft (testweise) ermöglicht werden. 
  • Zum Thema E-Sport und Gaming gehören unweigerlich Medien- und Technikkompetenz, die auch Jugendliche und junge Erwachsene erst erlernen müssen. Das E-Sport und Gaming Jugendzentrum kann hier begleiten und vermitteln.
  • Es gibt größere und kleinere Communities, die oft auf der Suche nach Orten sind, an denen sie sich physisch treffen können. Das Bereitstellen eines solchen Ortes ist auch als Nachwuchsförderung zu sehen und bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit für Community-Turniere und Trainings.

E-Sport ist Sport. Es gibt Wettkämpfe bei denen man sich messen kann. Ein anderes Mal stehen Spaß und das gemeinsame Tun im Vordergrund. So oder so lassen sich hier viele Fähigkeiten und Fertigkeiten erlernen und trainieren, wie im „normalen Sport“. Dazu gehören Teamfähigkeit, Selbstwert, Selbstwirksamkeit, Selbstbewusstsein, Frustrationstoleranz, Fairness, u.v.m.

Ziele 3/4: Warum ein Einzel-Jugendzentrum mit diesem Schwerpunkt?

Im E-Sport und Gaming Jugendzentrum ist immer mindestens ein*e pädagogische*r Mitarbeiter*in anwesend. Hier treffen Jugendliche auf pädagogisch ausgebildete Fachkräfte, die diesem Thema ihrer Lebenswelt aufgeschlossen und positiv gegenüber stehen und ihre Sprache sprechen und verstehen. Dem Thema E-Sport und Gaming und den Interessierten werden immer noch viele Vorurteile entgegengebracht. Das E-Sport und Gaming Jugendzentrum bietet einen vorurteilsfreien Raum. Im gemeinsamen Tun und physischen Aufeinandertreffen bietet es Schutz und wirkt einer möglichen Verinselung entgegen. Wie andere Jugendzentren auch, bietet es den Jugendlichen die Möglichkeit zur Raumaneignung.

Ein E-Sport und Gaming Jugendzentrum bietet aufgrund seiner Schwerpunktsetzung auch für Erwachsene und Mitarbeitende die Möglichkeit zur differenzierten Auseinandersetzung mit dem Thema E-Sport und Gaming. Zum einen ermöglicht es Chancen zur Aufklärung und Prävention bei Eltern, der Presse sowie bei Pädagog*innen (à Elternabende). Zum anderen lassen sich auch bei Mitarbeiter*innen in Schulungs- und Workshopsettings, außerhalb der Öffnungszeiten, Kompetenzen entwickeln, die in vielen Einrichtungen so nicht vorhanden sind. Insofern ist dann, im Anschluss an das Pop-Up, ein geplanter  Transfer in Regeleinrichtungen (Mitarbeiter*innenkompetenz und Material) möglich und wünschenswert, soweit es nicht zu einer Verstetigung des E-Sport und Gaming Jugendzentrum kommen sollte.

Ziele 4/4: Warum ein evangelisches E-Sport und Gaming Jugendzentrum?

„Evangelische Kinder- und Jugendarbeit hat das Ziel, Kindern und Jugendlichen in altersgemäßer Form und Sprache die befreiende Botschaft des Evangeliums nahe zu bringen. Die Ausgestaltung dieses Auftrags geschieht in Düsseldorf in großer Vielfalt…“[1]

Diesem Auftrag stellt sich die evangelische jugend düsseldorf mit diesem E-Sport und Gaming Jugendzentrum. Zum einen liegt dem Jugendzentrum ein Thema zu Grunde, das einige Menschen beschäftigt und im Inneren berührt. Diesem liegt immer auch eine sakrale Ebene zugrunde, die es zusammen mit den Besucher*innen zu finden gilt. Zum anderen schafft E-Sport und Gaming Gemeinschaft. Gemeinschaft, die oft nur in der digitalen Welt Raum hat aber hier zur echten Begegnung werden kann. Aber auch Gemeinschaft mit Fremden, die sich ohne ein solches Zentrum kaum begegnen würden.

Nicht zuletzt sind für viele Jugendliche die Mitarbeiter*innen im Jugendzentrum das erste und einzige Gesicht von „Kirche“, dem sie begegnen. Hier machen wir uns ansprechbar und sichtbar für eine große Zielgruppe und sind dort präsent, wo Jugendliche und junge Erwachsene ihre Leidenschaft ausleben.

Häufige (An)Fragen

Auf die Anfragen zu den Themen E-Sport und Gaming soll hier eine Antwort gegeben werden, und beispielhaft einige Projekte genannt werden, die die entsprechenden Themen behandeln.

Gaming wird oft mit den Themen Gewalt und Töten sowie Terror und Amok in Verbindung gebracht. Zudem wird oft über die Suchtwirkung von Games gesprochen und das gängige Klischee des „fetten und faulen Gamers“ bedient, der lieber draußen Fußball spielen sollte. In vielen Bereichen werden auch Sexismus und diskriminierende Rollenbilder angemerkt.

Unbesehen der Haltbarkeit der Vorwürfe gegen das Thema E-Sport und Gaming können mögliche Themen- und Gefahrbereiche in einem solchen Schwerpunktjugendzentrum pädagogisch aufgenommen und beleuchtet werden. Dort wo nötig, können Problemlagen kritisch betrachtet werden und präventive Reaktionen sind möglich, und zwar besser in pädagogischer Begleitung im E-Sport und Gaming Jugendzentrum als ungefiltert und unbegleitet im privaten Raum der Spielenden.

Einige Beispiele dieses Arbeitens mit den Problemanzeigen können sein:

  • „Zockabend für Mädchen und Frauen“, der einen diskriminierungsfreien Raum bietet und sich kritisch mit Rollenbildern auseinandersetzen kann. Zudem bietet sich im Jugendzentrum die Möglichkeit weibliche Vorbilder kennenzulernen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen
  • Bei „Be the hero“ können Jugendliche Teile dessen, was in ihren Spielen passiert, in der realen Welt, pädagogisch und durch Fachleute begleitet, nachspielen. Z.B. beim Parkour, Klettern oder Bogenschießen.
  • „Kochen für Gamer“ soll zeigen wie man sich einfach, schnell und günstig, zur Not in kurzen Spielpausen, gesund ernähren kann. Des Weiteren bietet ein E-Sport und Gaming Jugendzentrum die Chance gesundheitspräventiv auf  die Wichtigkeit von Pausen hinzuweisen und diese im Regelbetrieb einzuüben.
  • Geplant sind „Elternabende“, bei denen Erwachsene (Eltern, Großeltern, Interessierte) sich dem Thema, seinen Chancen und Gefahren, nähern können und sich bei Bedarf mit ihren Fragen, Ängsten, Wünschen an die Pädagog*innen wenden können. Auch Elternabende und Veranstaltungen für die Fachöffentlichkeit zum Ausprobieren der Spiele, oder gemeinsame Spielabende für Eltern, gemeinsam mit ihren Kindern sind geplant.

Für wen? Zielgruppe(n) des E-Sport und Gaming Jugendzentrum.

Das E-Sport und Gaming Jugendzentrum steht jungen Menschen zwischen 12 und 27 offen, die gerne „zocken“ oder sich für das Thema interessieren, unabhängig ihrer Herkunft, ihres Geschlechts, ihrer finanziellen Situation oder ihrer Vorerfahrung. Insbesondere soll es diejenigen Düsseldorfer Jugendlichen verbinden, die sonst alleine spielen würden, oder einen Raum brauchen in dem sie mit ihren „Online-Freunden“ gemeinsam, auch physisch spielen können. Zudem bietet das E-Sport und Gaming Jugendzentrum Peers und Communities eine Möglichkeit sich zu treffen und gemeinsam zu spielen, denen dazu ansonsten der geeignete Ort fehlt.

Öffnungszeiten & Turniere

Geöffnet ist das E-Sport und Gaming Jugendzentrum Mittwoch – Freitag jeweils von 16 bis 22 Uhr und am Samstag von 14 bis 24 Uhr. An drei Wochenenden im Projektzeitraum finden große Turniere an verschiedenen Orten statt.

Spieleauswahl

Gerade im Bereich E-Sport haben viele Spiele einen kompetitiven Charakter bei dem auch Gewalt eine Rolle spielt. Diese Spiele in einem E-Sport und Gaming Jugendzentrum auszuklammern, verringert dessen Attraktivität signifikant. Umso wichtiger ist die pädagogische und kritische Auseinandersetzung mit diesen Spielen, nicht nur im laufenden Betrieb, sondern bereits bei der Auswahl der Spiele. Da ständig neue Spiele entwickelt werden, wäre eine Spieleliste nicht geeignet, so dass hier die Kriterien dargelegt werden sollen, nach denen die Spieleauswahl erfolgt (ist).

  • Die Altersbeschränkungen der USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) ist unbedingt zu beachten und zu gewährleisten. Dafür gibt es Öffnungszeiten für einzelne Altersgruppen, um auch dem „versehentlichen“ Kontakt mit ungeeigneten Inhalten bei anderen Spieler*innen vorzubeugen.
  • Gewaltdarstellungen im Rahmen der USK sind in einigen Spielen im E-Sport und Gaming Jugendzentrum möglich und führen zu einer entsprechenden Alterskategorisierung und Zugangsbeschränkung. Darüber hinaus haben bei uns alle Spiele keinen Platz, die Gewaltverherrlichung zeigen oder geschichtliche Zusammenhänge der Zeit des Nationalsozialismus vereinfachen oder falsch darstellen.
  • Alle Spiele werden vom pädagogischen Team im Einzelfall geprüft. Als Kooperationspartner konnten wir „spieleratgeber.nrw“ gewinnen, mit langjähriger Erfahrung in der Bewertung von Computerspielen.

[1] Ordnung der evangelischen jugend düsseldorf

Weiter Beitrag

Zurück Beitrag

Antworten

© 2020 E-Sport und Gaming Jugendzentrum

Impressum und Datenschutzerklärung